Sicherheit

Mit dem Auto in den Urlaub: Richtig beladen und sichern

Bei knapp 50 Prozent aller Urlaubsreisen kommt das eigene Auto zum Einsatz. Viele schätzen dabei die Möglichkeit, auch umfangreiches Urlaubsgepäck einfach transportieren zu können. Dabei sollten jedoch einige Grundsätze beachtet werden, um Gefahren für Fahrer, Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer zu vermeiden.

Reisegepäck© Gorilla / Fotolia.com

Zulässiges Gesamtgewicht des Autos beachten

Feder- und Dämpfer-Elemente jedes Autos sind auf ein bestimmtes Gewicht ausgelegt, die Zuladung wirkt sich somit direkt auf die Fahrstabilität aus. "Das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs sollte deshalb strikt beachtet werden", rät Hans-Joachim Koch, Leiter der Kfz-Schadenabteilung der HDI Versicherung AG. Zumindest Koffer und große Gepäckstücke sollten daher vor der Fahrt gewogen werden. Zum Gepäckgewicht kommt dann noch das Gewicht der mitreisenden Personen. Zuladung und Leergewicht zusammen dürfen das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht überschreiten. Wichtig ist noch zu wissen: Beim in der Zulassungsbescheinigung angegebenen Leergewicht des Fahrzeugs sind 75 kg als Gewicht des Fahrers und ein zu 90 Prozent gefüllter Tank bereits berücksichtigt.

Gepäck im Kofferraum und Fahrerraum richtig sichern

Vollgepackt bis unters Dach steuern viele Familienmobile den Urlaubsort an. Schweres Gepäck gehört dabei ganz nach unten in die Tiefen des Kofferraums, leichteres Gepäck nach oben. In der klassischen Limousine reicht das als Sicherungsmaßnahme meistens aus. Bei Kombis oder Vans mit offenem Kofferraum schützt ein fachgerecht montiertes Trenngitter bei Vollbremsung oder Auffahrunfall am besten vor umher fliegenden Gepäckstücken. Verzurrgurte und Kofferraumabdeckung sichern die Ladung zusätzlich.

Anders liegt der Fall oft bei einer Vielzahl von Utensilien, die ungesichert auf Ablagen oder Sitzen herumliegen, denn bei einer scharfen Bremsung oder gar bei einem Auffahrunfall werden Kleinteile zu gefährlichen Flugobjekten. Bereits eine Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h katapultiert einen Gegenstand etwa mit dem 40-fachen seines Eigengewichts nach vorne. Auch Kleinteile sollten daher immer in dafür geeigneten Halterungen oder Ablagen aufbewahrt werden, sobald sie nicht mehr in Benutzung sind. Gerade bei Kindern auf der Rückbank ist daher erhöhte Achtsamkeit geboten. Denn gerne bleiben Spielsachen einfach auf dem Sitz liegen, sobald etwas anderes ihre Aufmerksamkeit geweckt hat.

Dachgepäck: Wuchtgeschosse mit Eigenleben

"Vorsicht auf der A7; zwischen den Anschlussstellen A und B liegt ein Fahrrad auf der Fahrbahn!" - Solche oder ähnliche Durchsagen sind immer wieder im Verkehrsfunk zu hören. Auch wenn Dachgepäck- und Fahrradträger in den letzten Jahren immer ausgereifter geworden sind, bleibt ein Restrisiko. "Zum einen dürfen die zulässige Dachlast und das zulässige Gesamtgewicht auch durch das Zusatzgepäck nicht überschritten werden", warnt HDI-Verkehrsexperte Koch, "und zum anderen passieren immer wieder Montage- oder Beladungsfehler."

Die korrekte Montage ist deshalb gerade bei Dachgepäck- und Fahrradträgern lebenswichtig. Schon nach einer kurzen Fahrstrecke sollte der Fahrer einen Stopp einlegen und die Befestigungen gründlich prüfen. Zudem sollten bei längeren Touren regelmäßige Zwischenhalte eingelegt werden, um sicherzustellen, dass sich die Befestigungen nicht während der Fahrt gelockert haben. Insbesondere bei schlechten Straßen kann das bereits nach einer relativ kurzen Strecke geschehen. Auch die Geschwindigkeit gilt es dem außen am Fahrzeug befestigten Gepäck anzupassen. Die Hersteller von Dachgepäckträgern empfehlen meist eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 120 km/h.