Kosten sparen

Günstige Autoversicherung: Tipps für Fahranfänger

Fahranfänger erleben oft eine böse Überraschung, wenn Sie ihr erstes Auto versichern wollen. Mit einigen Spar-Tipps kann man die Prämie zur Autoversicherung aber auch als Fahranfänger niedrig halten.

Führerschein© Alexander Raths / Fotolia.com

Jedes Jahr machen mehr als 700.000 Fahrschüler in Deutschland ihren PKW-Führerschein. Wer als Führerscheinneuling nach bestandener Prüfung sein erstes eigenes Auto versichern möchte, der erlebt oft eine böse Überraschung. Nicht selten müssen Fahranfänger für ihre erste Kfz-Versicherung besonders tief in die Tasche greifen, insbesondere in jungen Jahren.

Will beispielsweise ein 18-jähriger Schüler einen sechs Jahre alten Opel Corsa in Köln anmelden, werden ohne Nachlässe mindestens 1.740 Euro für den Kfz-Haftpflicht- und Teilkaskoschutz fällig.** Für einen zehn Jahre alten VW Golf schlagen bei der Anmeldung in Berlin sogar Versicherungskosten von mindestens 2.180 Euro im ersten Vertragsjahr zu Buche.***

"In den meisten Fällen können Führerscheinneulinge die anfallenden Versicherungskosten für ihr erstes Auto bereits mit einfachen Maßnahmen spürbar senken", macht Daniel Dodt vom Berliner Vergleichsportal TopTarif deutlich. Im Folgenden haben die Experten von TopTarif eine Liste mit den besten Spartipps für Fahranfänger in punkto Kfz-Versicherung zusammengestellt:

  • Viele Unternehmen bieten einen speziellen Familienrabatt, wenn das eigene Auto bei der Versicherung der Eltern angemeldet wird. Im Rahmen der Eltern-Kind-Regelung erfolgt eine Einstufung des Fahrzeugs in die Schadenfreiheitsklasse ½ oder höher, wodurch die anfallenden Versicherungskosten um mehrere Hundert Euro sinken können.
  • Alternativ besteht auch die Möglichkeit, das Auto als Zweitwagen über die Eltern zu versichern. Ähnlich wie bei der Eltern-Kind-Regelung wird das Fahrzeug auch hier oft mit einer Schadenfreiheitsklasse von ½ oder besser eingestuft. Achtung: Bei manchen Versicherungen kann die Zweitwagenregel unter anderem an die Voraussetzung geknüpft sein, dass alle Fahrer 23 Jahre oder älter sein müssen. Da das Fahrzeug zudem über einen Elternteil versichert ist, erhalten Fahranfänger keine SF-Rabatte für unfallfreies Fahren. Gegebenenfalls ist aber eine Übertragung von Schadenfreiheitsrabatten durch den versicherten Elternteil zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
  • Eine Übernahme von Prozenten naher Verwandter, zum Beispiel von Eltern oder Großeltern ist für Führerscheinneulinge nicht empfehlenswert. Abgesehen davon, dass es je nach Versicherung unterschiedliche Regelungen gibt, werden im Normalfall nur so viele schadenfreie Jahre angerechnet, wie der Begünstige bereits hätte Auto fahren können. Insofern sollte man diese Regelung erst nach mehrjähriger Fahrpraxis in Betracht ziehen. Hinzu kommt, dass dem Verwandten alle bisherigen Rabatte gestrichen werden.
  • Fast die Hälfte aller Fahrerlaubnisse (Ersterteilungen in den PKW-Fahrzeugklassen) wird mittlerweile im Rahmen des Begleiteten Fahrens (BF17) ausgestellt. Auf Grund des geringeren statistischen Unfallrisikos im Rahmen des Modells gewähren viele Versicherer einen Nachlass auf die zu zahlenden Beiträge. Auch spezielle Fahrsicherheitstrainings werden von manchen Versicherungen bei der Prämienberechnung positiv berücksichtigt.
  • Fahranfänger, die beim Autokauf auf eine günstige Typklasse des Wagens achten, können ihre Versicherungskosten ebenfalls im Rahmen halten. Gerade solche PKW-Modelle, die sich bei Jugendlichen einer hohen Beliebtheit erfreuen, haben bei den Versicherern eine hohe Risikoeinstufung und sind dementsprechend teuer. Die aktuell gültigen Typklassen können beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft verglichen werden.
  • Eine optimale Anpassung des Versicherungsumfangs an Fahrer und Auto birgt weiteres Sparpotential. So können Fahranfänger, die zum Beispiel bei älteren Autos auf Teil- anstatt Vollkaskoschutz setzen ihre Beiträge deutlich reduzieren. Auch wer weniger fährt, muss weniger zahlen, da die Versicherer auch die jährliche Fahrleistung in ihren Berechnungen berücksichtigen. Zudem lohnt sich ein Blick auf Spezialrabatte bei einzelnen Versicherern, beispielsweise für den Besitz einer Bahncard oder die Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Versicherte, die für eventuelle Kaskoschäden einen Selbstbehalt vereinbaren, sparen ebenfalls bei der fälligen Prämie.
  • Zusätzlich sollte bei kleineren Schäden geprüft werden, inwieweit man diese selbst übernehmen kann. Gerade bei geringer Fahrpraxis und einer niedrigen Schadenfreiheitsklasse haben Rückstufungen nach einem Schadensfall umso größere finanzielle Folgen und sollten möglichst vermieden werden.
  • Außerdem ist es empfehlenswert, auch den Fahrerkreis möglichst einzugrenzen. Je weniger (junge) Leute mit dem Auto fahren, desto preiswerter wird in der Regel der Versicherungsschutz.
  • Um im Folgejahr einen besseren Schadenfreiheitsrabatt zu erhalten, muss ein Auto im laufenden Jahr mindestens sechs Monate auf den eigenen Namen versichert sein. Der Beginn einer Police sollte daher nach Möglichkeit ins erste Halbjahr gelegt werden.
  • Vor dem Abschluss einer Kfz-Police ist es ratsam, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Insbesondere bei Fahranfängern sind die Preisunterschiede zwischen den Versicherern riesig und können je nach Fahrzeug, Wohnort und individuellem Fahrerprofil mehrere Tausend Euro betragen.