Die Beitragsberechnung der Autoversicherung:

Die Beitragsberechnung einer Autoversicherung basiert auf unterschiedlichen Parametern. Dabei wird zwischen sogenannten harten und weichen Tarifmerkmalen unterschieden. Beitragsbeeinflussende harte Faktoren sind unter anderem die Deckungssumme, die Regional- sowie die Schadenfreiheitsklasse und die dem Fahrzeug zugeordnete Typklasse. Der Verwendungszweck, das Alter des Fahrzeuges sowie das dessen Nutzer, der Ort der regelmäßigen Unterbringung des Kfz sowie die jährliche Laufleistung werden den weichen Faktoren zugeordnet. All diese Parameter beeinflussen neben dem Versicherungsbeitrag für die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung auch die Beitragshöhe in der freiwilligen Kaskoversicherung.

Beide Versicherungsarten werden heute umgangssprachlich dem Begriff der Autoversicherung zugeordnet. Die Aufgabe der Kfz-Haftpflichtversicherung ist die Regulierung von Schäden, welche im Straßenverkehr einem Dritten durch den Betrieb des eigenen Fahrzeuges entstehen. Eine Kaskoversicherung hingegen, welche als Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden kann, ist eine Zusatzversicherung, welche für Schäden am eigenen Auto aufkommt. Des Weiteren bieten heutzutage viele Versicherer im Zusammenhang mit einer Kfz-Police gegen Aufpreis auch noch einen Schutzbrief (Pannenhilfe), eine Verkehrsrechtschutz- sowie eine Insassenunfallversicherung an.

Die Regional- und Schadenfreiheitsklasse als Parameter für die Beitragsberechnung

Die Regional- und Schadenfreiheitsklasse haben direkten Einfluss auf die Berechnung des Versicherungsbeitrages für die Autoversicherung. Früher erfolgte die Zuordnung zu einer Regionalklasse anhand des amtlichen Kennzeichens des Fahrzeuges. Seit September 2008 kann jedoch bei einem Wohnortwechsel innerhalb Deutschlands die Nummernschilder beibehalten werden können: Bei einem Umzug von München nach Köln etwa kann der Versicherungsnehmer also trotz Änderung des Wohnsitzes das Münchener Kennzeichen beibehalten. Deshalb erfolgt die Einstufung in die Regionalklasse heute auf Basis des Hauptwohnsitzes des Fahrzeughalters.

Die Regionalklasse als individueller Versicherungsparameter ergibt sich aus der Unfallbilanz, der Anzahl der in dieser Region zugelassenen Fahrzeuge, dem Fahrverhalten sowie den örtlichen Straßen- und Witterungsverhältnissen. Je niedriger die zugeordnete Regionalklasse, desto günstiger ist der Versicherungsbeitrag für die Autoversicherung. Die Schadenfreiheitsklasse gibt an, wie viele Jahre der Versicherungsnehmer unfallfrei gefahren ist. Je höher die Schadenfreiheitsklasse, desto niedriger der Beitrag für die Police. Sie gilt allerdings nur für die Kfz-Haftpflicht- und Vollkasko-Versicherung, bei der Beitragsberechnung der Teilkaskoversicherung wird sie nicht berücksichtigt.

Die Bedeutung der Typklasse für den Autoversicherungsbeitrag

Ein weiterer Indexwert für die Beitragsberechnung der Autoversicherung ist die dem Kfz zugewiesene Typklasse. Diese wird für jeden Fahrzeugtyp von einem Treuhänder auf Basis der Unfallstatistiken des jeweiligen Fahrzeugmodells jährlich am 1. Oktober neu ermittelt. Je höher die Typklasse eines Automobils, desto hochpreisiger fällt auch die Versicherungspolice aus. Generell kann man sagen, dass Fahrzeuge mit hoher Motorisierung und typische Fahranfängermodelle in der Regel eine relativ hohe Typklasse erhalten. Die Typklasse beeinflusst sowohl den Beitrag für die Kfz-Haftpflichtpolice als auch jenen für die Kaskoversicherung, wobei zwischen Haftpflicht, Voll- und Teilkasko unterschiedliche Typklassen existieren.

Der Einfluss der Deckungssumme auf die Beitragsberechnung der Autoversicherung

Die Deckungssumme, auch Versicherungssumme genannt, gibt die maximale Entschädigungsleistung des Versicherers im Schadenfall an. In der Kaskoversicherung regelt die Deckungssumme zum Beispiel, bis zu welchem Wert im Fahrzeug befindliche Gegenstände versichert sind. In der Kfz-Haftpflichtpolice gibt es eine vom Gesetzgeber in §4 PflVG vorgeschriebene Mindestdeckungssumme. Experten empfehlen Autobesitzern jedoch, sich die erhöhte Deckungssumme zu sichern. Insbesondere Unfälle mit Personenschäden können die gesetzlichen Mindestdeckungssummen in ihrem finanziellen Ausmaß überschreiten, sodass die wirtschaftliche Existenz des Versicherungsnehmers gefährdet ist. Die erhöhte Deckungssumme bietet mit einer Versicherungssumme von bis zu 100 Millionen Euro einen stark erweiterten Leistungsumfang. Der Einfluss dieses erweiterten Leistungsumfangs auf die Beitragsberechnung der Autoversicherung ist dabei meist minimal.

Die Rolle der weichen Faktoren bei der Beitragsberechnung der Autoversicherung

Die sogenannten weichen Faktoren sind individuelle Parameter des jeweiligen Versicherungsnehmers. Hierzu zählt unter anderem die jährliche Fahrleistung. Wenigfahrer haben statistisch gesehen ein geringeres Unfallrisiko als Vielfahrer. Eine weitere wichtige Rolle spielt der Nutzerkreis des Fahrzeuges sowie das Alter der Fahrer. Wird das Fahrzeug ausschließlich von dem Versicherungsnehmer und dessen Lebenspartner benutzt, ist der Beitrag für die Police ebenfalls geringer, als wenn das Fahrzeug von ständig wechselnden Nutzern oder Fahranfängern gefahren wird. Des Weiteren hat auch der Abstellplatz des Fahrzeuges eines Einfluss auf den Beitrag zur Police. Ein Garagenwagen wird günstiger versichert als ein auf öffentlichen Straßen abgestelltes Fahrzeug. Auch eine jährliche Zahlungsweise des Versicherungsbeitrages wird von den Versicherungsunternehmen meistens mit einem prozentualen Rabatt auf den Beitrag der Police honoriert. Eine eventuell vereinbarte Werkstattbindung, bei welcher der Versicherer im Schadenfall die Werkstatt auswählt, hat ebenso einen finanziell positiven Einfluss auf die Beitragsberechnung der Autoversicherung.